Ätherische Öle richtig lagern und ihre Qualität bewahren
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Ätherische Öle sind licht- und wärmeempfindliche Pflanzenprodukte. Werden sie dauerhaft der Sonne, hohen Temperaturen oder viel Luft ausgesetzt, kann sich ihre Zusammensetzung mit der Zeit verändern. Auch der Duft kann an Frische verlieren oder deutlich anders werden.
Für eine geeignete Aufbewahrung ist keine besondere technische Ausstattung erforderlich. Ein kühler, trockener und lichtgeschützter Platz sowie sorgfältig verschlossene Flaschen reichen für die meisten Haushalte aus.
Der richtige Platz für ätherische Öle
Ätherische Öle werden am besten in einem geschlossenen Schrank oder einer Schublade aufbewahrt. Der Platz sollte vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein und sich im Tagesverlauf nicht stark erwärmen.
Ein Schrank im Schlafzimmer, Flur oder Arbeitszimmer eignet sich meist besser als ein Fensterbrett oder ein offenes Regal. Auch die Nähe zu Heizkörpern, Kaminen und anderen Wärmequellen sollte vermieden werden.
Die Küche ist nur bedingt geeignet. Ein Schrank kann dort zwar dunkel sein, in der Nähe von Herd oder Backofen entstehen jedoch deutliche Temperaturschwankungen. Auch das Badezimmer ist wegen Wärme, Dampf und hoher Luftfeuchtigkeit nicht der beste Ort für eine größere Sammlung.
Normale, möglichst gleichmäßige Raumtemperaturen sind für viele ätherische Öle ausreichend. Wichtiger als ein besonders kalter Platz ist, starke Wärme und häufige Temperaturwechsel zu vermeiden.
Sonnenlicht beschleunigt die Alterung
Licht gehört neben Wärme und Sauerstoff zu den Faktoren, welche die Oxidation ätherischer Öle fördern können. Deshalb werden sie üblicherweise in kleinen Flaschen aus dunklem Glas angeboten.
Braunes, blaues oder violettes Glas bietet einen gewissen Lichtschutz. Es macht die Flasche jedoch nicht unempfindlich gegen direkte Sonne. Auch dunkles Glas sollte deshalb nicht dauerhaft auf einem hellen Fensterbrett oder unmittelbar vor einem Fenster stehen.
Nach jeder Verwendung gehört die Flasche zurück an ihren geschützten Aufbewahrungsort. Wer ein häufig genutztes Öl neben dem Diffusor stehen lässt, sollte darauf achten, dass dort weder Sonne noch Heizungswärme einwirken.
Flaschen immer aufrecht aufbewahren
Ätherische Öle sollten stehend gelagert werden. Dadurch bleibt der Inhalt überwiegend vom Verschluss und möglichen Kunststoffteilen im Deckel fern. Gleichzeitig sinkt die Gefahr, dass Öl ausläuft.
Eine einfache Schublade mit Einsatz, eine offene Aufbewahrungsbox im Schrank oder ein Flaschenhalter sorgt dafür, dass die kleinen Gefäße nicht umkippen und gegeneinanderschlagen.
Für Reisen empfiehlt sich ein gepolstertes Etui, in dem die Flaschen ebenfalls aufrecht stehen. Lose in einer Handtasche oder einem Koffer können sie beschädigt werden oder sich unbemerkt öffnen.
Im Auto sollten ätherische Öle nicht dauerhaft aufbewahrt werden. Dort entstehen je nach Jahreszeit sehr hohe oder niedrige Temperaturen, die für die Lagerung ungeeignet sind.
Den Verschluss nach Gebrauch sofort schließen
Bei jedem Öffnen gelangt frische Luft in die Flasche. Der darin enthaltene Sauerstoff fördert mit der Zeit die Oxidation. Deshalb sollte ein ätherisches Öl nur so lange geöffnet bleiben, wie es tatsächlich verwendet wird.
Nach der Entnahme wird der Flaschenhals bei Bedarf mit einem sauberen, trockenen Tuch abgewischt. Anschließend wird der Deckel fest verschlossen, ohne ihn mit übermäßiger Kraft anzuziehen.
Auch der Tropfeinsatz sollte in der Flasche bleiben, sofern die Verpackung nicht anders vorgesehen ist. Er erleichtert die Dosierung und begrenzt die Größe der Öffnung.
Wer mit mehreren Ölen arbeitet, sollte immer nur eine Flasche öffnen, die gewünschte Menge entnehmen und sie wieder schließen, bevor das nächste Öl verwendet wird. So bleiben die einzelnen Flaschen nicht unnötig lange offen.
Die Originalflasche ist meist die beste Wahl
Ätherische Öle sollten nach Möglichkeit in der Verpackung bleiben, in der sie geliefert wurden. Geeignete dunkle Glasflaschen schützen den Inhalt vor Licht und sind auf die konzentrierten Öle abgestimmt.
Das Umfüllen in durchsichtige Dekoflaschen ist nicht zu empfehlen. Sie bieten weniger Lichtschutz und erhöhen außerdem die Gefahr, dass wichtige Angaben zum Produkt verloren gehen.
Wird eine eigene Mischung angefertigt, gehört sie in ein dafür vorgesehenes, geeignetes Gefäß. Auf dem Etikett sollten mindestens die enthaltenen Öle und das Herstellungsdatum vermerkt werden. Bei verdünnten Mischungen ist auch das verwendete Trägeröl wichtig, da dessen Haltbarkeit die gesamte Mischung beeinflusst.
Sehr kleine Restmengen sollten nicht dauerhaft in einer fast leeren großen Flasche gelagert werden. Je mehr Luft sich im Behälter befindet, desto stärker ist der Inhalt dem Sauerstoff ausgesetzt. Wer Öl umfüllen möchte, sollte dafür jedoch nur saubere, trockene und geeignete Flaschen verwenden.
Feuchtigkeit vermeiden
Wasser gehört nicht in eine Flasche mit ätherischem Öl. Nasse Finger, feuchte Pipetten oder nicht vollständig getrocknete Gefäße sollten daher nicht mit dem Inhalt in Berührung kommen.
Auch Spritzwasser am Aufbewahrungsort ist zu vermeiden. Das ist ein weiterer Grund, weshalb eine Schublade oder ein trockener Schrank meist besser geeignet ist als ein Platz direkt am Waschbecken oder an der Badewanne.
Separate Pipetten sollten nur verwendet werden, wenn sie sauber, trocken und für das jeweilige Öl vorgesehen sind. Wird dieselbe Pipette für mehrere Flaschen benutzt, können die Öle untereinander verunreinigt werden.
Müssen ätherische Öle in den Kühlschrank?
Für die meisten Öle des täglichen Gebrauchs ist eine Lagerung im Kühlschrank nicht zwingend erforderlich. Ein kühler Schrank mit möglichst gleichmäßiger Temperatur genügt in vielen Fällen.
Eine kühle Lagerung kann für bestimmte empfindliche Öle oder bei sehr warmen Raumtemperaturen sinnvoll sein. Maßgeblich sind dabei die Hinweise des Herstellers. Ein spezieller Kühlschrank ist für eine übliche kleine Sammlung normalerweise nicht notwendig.
Wer ätherische Öle kühl lagert, muss sie sicher von Lebensmitteln trennen und für Kinder unzugänglich aufbewahren. Vor dem Öffnen sollte eine kalte Flasche zunächst geschlossen auf Raumtemperatur kommen. Dadurch wird das Risiko verringert, dass sich Feuchtigkeit am Flaschenhals oder im Inneren niederschlägt.
Häufiges Wechseln zwischen sehr kalter und warmer Umgebung sollte vermieden werden. Gleichmäßige Lagerungsbedingungen sind in der Regel wichtiger als möglichst niedrige Temperaturen.
Zitrusöle verdienen besondere Aufmerksamkeit
Viele Zitrusöle enthalten Bestandteile, die vergleichsweise schnell oxidieren können. Wärme, Licht und häufiges Öffnen wirken sich deshalb bei ihnen besonders ungünstig aus.
Zitrone, Orange, Grapefruit und Bergamotte sollten sorgfältig verschlossen, lichtgeschützt und möglichst kühl aufbewahrt werden. Es ist sinnvoll, das Öffnungsdatum zu notieren und diese Öle nicht jahrelang unkontrolliert im Schrank stehen zu lassen.
Andere ätherische Öle können unter geeigneten Bedingungen länger stabil bleiben. Eine allgemeine Haltbarkeitsangabe für alle Sorten ist jedoch nicht sinnvoll. Zusammensetzung, Abfüllung, Flaschengröße und Lagerung beeinflussen, wie schnell ein Öl altert.
Die Angaben des Herstellers zum Mindesthaltbarkeits- oder Verwendungszeitraum sollten daher immer beachtet werden.
Die Sammlung übersichtlich organisieren
Eine geordnete Aufbewahrung erleichtert nicht nur die Auswahl, sondern hilft auch dabei, ältere Flaschen rechtzeitig zu verwenden.
Die Öle können beispielsweise nach Duftfamilien sortiert werden: Zitrus, Blüten, Kräuter, Hölzer und Harze. Eine andere Möglichkeit ist die Anordnung nach Verwendung, etwa Raumduft, Abendroutine oder Diffusormischungen.
Bei von oben schwer lesbaren Etiketten kann ein kleiner Aufkleber auf dem Deckel helfen. Dort genügt eine kurze Bezeichnung, solange das vollständige Originaletikett auf der Flasche erhalten bleibt.
Zusätzlich kann auf einer Karte oder Liste festgehalten werden, wann die jeweilige Flasche geöffnet wurde. Das ist besonders bei einer größeren Sammlung hilfreich, in der manche Öle nur selten zum Einsatz kommen.
Neu gekaufte Flaschen sollten nicht automatisch vor ältere gestellt werden. Wer die bereits geöffneten Öle sichtbar und gut erreichbar aufbewahrt, verwendet sie eher rechtzeitig.
Woran erkennt man ein verändertes Öl?
Ein deutlich anderer Geruch kann darauf hinweisen, dass sich ein ätherisches Öl verändert hat. Auffällig sind beispielsweise abgestandene, ungewöhnlich scharfe oder unangenehm stechende Duftnoten.
Auch eine veränderte Konsistenz, Trübung oder ungewöhnliche Ablagerungen können Anlass sein, das Produkt genauer zu prüfen. Allerdings verändert nicht jedes Öl sein Aussehen auf dieselbe Weise. Natürliche Farbunterschiede zwischen verschiedenen Chargen sind ebenfalls möglich.
Der Geruch allein ist kein zuverlässiger Sicherheitstest. Oxidationsprozesse können bereits begonnen haben, bevor eine Veränderung deutlich wahrgenommen wird. Deshalb sollten zusätzlich das Öffnungsdatum, die Lagerungsbedingungen und die Herstellerangaben berücksichtigt werden.
Ein auffällig verändertes oder sehr altes Öl sollte nicht mehr auf der Haut verwendet werden. Bei Unsicherheit ist es besser, es zu ersetzen, als es durch eine höhere Dosierung oder das Vermischen mit anderen Düften weiterzuverwenden.
Häufige Fehler bei der Aufbewahrung
Einer der häufigsten Fehler ist ein dauerhaft offener oder nur locker aufgesetzter Deckel. Ebenso ungünstig sind helle Fensterplätze, warme Badezimmer und die Aufbewahrung direkt neben dem Diffusor, wenn dieser in der Sonne oder über einer Heizung steht.
Auch häufiges Umfüllen ist nicht sinnvoll. Bei jedem Wechsel kommt das Öl mit zusätzlicher Luft in Kontakt, und die Gefahr einer Verunreinigung steigt.
Schon wenige einfache Gewohnheiten verhindern die meisten dieser Probleme.
Sicher und außerhalb der Reichweite aufbewahren
Ätherische Öle sind konzentrierte Produkte und gehören nicht in Kinderhände. Die Aufbewahrung sollte deshalb an einem Ort erfolgen, den Kinder und Haustiere nicht erreichen oder öffnen können.
Eine erhöhte oder sicher verschlossene Schublade kann dafür geeignet sein. Entscheidend ist, dass die Flaschen weder herunterfallen noch versehentlich geöffnet werden können.
Die Produkte dürfen nicht mit Lebensmitteln oder Getränken verwechselt werden. Originaletiketten sollten deshalb niemals entfernt werden. Auch selbst hergestellte Mischungen müssen klar und dauerhaft gekennzeichnet sein.
Verschüttetes Öl wird sofort aufgenommen und die betroffene Oberfläche entsprechend ihrer Materialeigenschaften gereinigt. Manche ätherischen Öle können Lacke, Kunststoffe oder empfindliche Möbeloberflächen angreifen.
Eine einfache Routine reicht aus
Eine gute Aufbewahrung muss weder kompliziert noch besonders dekorativ sein. Für die meisten Haushalte genügt ein fester Platz in einer Schublade oder einem Schrank.
Nach jeder Verwendung wird die Flasche verschlossen, kurz auf austretendes Öl kontrolliert und wieder aufrecht zurückgestellt. Bei neuen Ölen wird das Öffnungsdatum notiert. Von Zeit zu Zeit lohnt sich ein Blick auf ältere Flaschen und die jeweiligen Herstellerangaben.
Auf diese Weise bleiben die Öle vor Licht, Wärme, Feuchtigkeit und unnötigem Luftkontakt geschützt. Gleichzeitig ist die Sammlung geordnet und jederzeit griffbereit, wenn ein bestimmter Duft verwendet werden soll.